Donnerstag, 8. Februar 2018

Johnnie Walker Blue Label The Casks Edition




Die Fassstärke des Blue Label verspricht gerüchlich großes Kino, doch enttäuscht geschmacklich, nachdem der positive Schock des hohen Alkoholgehalts verpufft. Zunächst entfalten sich mehrere medioker formidable Malts auf der Zunge, und das zugleich; der Effekt hält jedoch nicht lange, und schon nach wenigen Sekunden schmeckt man das Einerlei eines Blended Whisky. Dieses fällt trotz des Fassstärke mild aus, und entfaltet sich keineswegs nach Verdünnung, im Gegenteil: die schnell einkehrende Langeweile beruhigt sich, und auf 45% verdünnt schmeckt man ein bissloses Wässerchen, das einem guten Glengoyne oder Balvenie hoffnungslos unterlegen ist, weil die Milde als dominierende Geschmackskomponente bei jenen milden Säften wenigstens nicht geschmacksneutral ist, während die verschiedenen Geschmäcker der im Blue Label vermischten Whiskies mir nichts dir nichts schlicht und ergreifend annihiliert sind.

Der zum Vergleich verkostete Johnnie Walker Platinum Label ist noch langweiliger und verführt nicht gerade zu einer wortreichen Degustationsbeschreibung.

Schulnote: 4,1
Empfehlung: Green Label und Double Black sind tausendmal besser
Preisklasse: medium (50-75 Euro)


Johnnie Walker Blue Label The Casks Edition


Schulnote: 3,4
Empfehlung: da muss die Neugier schon sehr groß sein
Preisklasse: königlich (200-500 Euro)