Freitag, 22. März 2013

BenRiach Heredotus Fumosus




Der 12-jährige BenRiach Heredotus Fumosus ist zwar keine Klasse für sich, aber für sich Klasse. Seine geschmackliche Grundmelodie ist nasser Stroh. Als würde man da rein beißen, aber das ist noch nicht alles. Als würde man versuchen, nassen Stroh anzuzünden, dabei scheitern, schimpfen, bis einem die Streichhölzer ausgegangen sind, und dann den angekokelten Stroh wiederum beißen. Geruchlich - tut mir leid - unreines Strohfeuer mit einem hohen Mist-Anteil. Apfel, Erdnussschale, getrocknete Aprikosen, - zwar marginal, aber spätestens nach dem vierten Schluck vorhanden. Es ist ein Whisky, von dem es mehrere Drams braucht, um ihn voll zu verstehen. Ein Nachtmahr für Anfänger, ein mittleres bis großes Wow für Fortgeschrittene. Ein Malt, der das Beste aus Islay und den Highlands zu einem Ratespiel-Fest der Sinne vereint: ein rauchiger, getorfter BenRiach. Man darf ihn nicht probiert haben, man muss ihn getrunken haben.