Montag, 1. April 2013

BenRiach Moscatel Wood Finish




Fast nichts im Leben ist so, wie es sein müsste, - müsste, weil es einem versprochen wurde, als man das Versprechen noch nicht kritisch hinterfragen konnte, weil man ein Kind war. So wird es einem versprochen, dass man glücklich wird, wenn man rechtschaffen ist. Die Wahrheit ist aber - dazu lese man ausführlich Kants praktische Philosophie - , dass man zwar der Glückseligkeit würdig wird, wenn man rechtschaffen ist, aber noch lange nicht glücklich. Ein guter Mensch zu sein, gibt einem ja nicht einmal das gute Gefühl der Selbstzufriedenheit, das große Selbstvertrauen, - nicht einmal das, sondern man weiß einfach auf eine abstrakte Art, dass man das Richtige tut, und mehr ist nicht drin. Mehr drin ist im 18-jährigen BenRiach Moscatel Wood Finish. Er verspricht eine milde, nicht alkoholisch scharfe Süße, dunkle Rosinen, Halbbitterschokolade, und genauso schmeckt er. Um nochmal zu verdeutlichen, dass dies eine Seltenheit ist, die gewürdigt werden muss: der Alkohol an sich, insbesondere der Wein, verspricht ja mit lauter Zunge Weib und Gesang, und man erhält, wenn man auf sein Versprechen eingeht, eigentlich nur Gesang, aber auch nur, wenn man selbst bereit ist, laut zu singen. Der oben genannte BenRiach hält sein Versprechen, - eine Eigenschaft, die bei den Menschen mittlerweile so sehr abhanden gekommen ist, dass man einen Whisky aufsuchen muss, um diesen Charakterzug zu erleben.