Sonntag, 16. Juni 2013
Der 16-jährige Silver Seal
Ein gut gewählter Name für diesen leichten, fast schon leichtsinnigen Malt. Der Duft verduftet schnell, man hat nicht viel zum Riechen. Also schnell in den Mund damit, aber nicht gleich runterschlucken, es ist immerhin ein Single Malt. Ein Argument? Mitnichten, denn es gibt Single Malts, die selbst in Jim Beam ihren Meister finden. Ärgerlich, aber solche gibt es auch. Doch dieser hier ist kein Reinfall, eher ein ziemlich guter Einfall. Jede Menge Biskuit, erinnert an Apfelkuchen mit einem Hauch Zitrone. Auch Pfirsiche müssen sich nicht verstecken. Leicht, mild, was will man weniger? Weniger geht nicht. Mehr? Nun, es ist kein sonderlich komplexer Whisky, aber auch kein geschmackssteriler, wie etwa Auchentoshan Valinch oder der 18-jährige Knockando. Wem Glenfiddich zu langweilig ist, wem Glenlivet zu süß ist, der sollte auf Silver Seal umsteigen. Wer nicht so leicht aufgibt, lässt den Silver Seal links liegen, und sucht und findet einen Linkwood, der dieselben Geschmackstrajektorien viel schöner beschreiben kann, sobald man ihn in den Mund nimmt.