Sonntag, 16. Juni 2013
Der 33-jährige Glendronach
33 ist ein erhebliches Alter für einen Menschen, aber noch kein hohes Alter für einen Whisky. So einen hölzernen Einstieg in eine Whiskyrezension hat man zwar selten gelesen, aber so wird man wenigstens auf das Holzige in diesem Whisky vorbereitet. Wie gesagt, jede Menge Holz. So, als wäre nicht der Whisky im Holzfass gereift, sondern ein Holzfass im Whisky aufgelöst. Der 33-jährige Glendronach hat nichts, was der 21-Jährige nicht schon hat, ist dafür aber, - und wenn ich mich zum wiederholten Mal wiederhole - um eine Größenordnung holziger. Darüber hinaus ist er milder und schwächer. Ausgewogener? Wenn dieses Wort ein Euphemismus für "langweiliger" sein soll, dann mag das stimmen. Wo sind die trockenen Pfaumen, wo sind die Datteln, wo ist das antike Flair, wo ist der Charme des 19. Jahrhunderts? All das hat der 21-jährige Glendronach, der 33-Jährige hat das nicht.